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Erfolgshonorar und Inkasso


Auch im europäischen Vergleich zerbröselt das Verbot des Erfolghonorars immer weiter, so ist es in Dänemark seit 1996 wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht aufgehoben worden. In England und Wales ist in Zivilsachen ein Erfolgshonorar weitgehend zulässig, in Frankreich existiert ebenfalls kein Verbot des Erfolgshonorars, ebensowenig in Ungarn oder Litauen.

In Deutschland führten die standesrechtlichen Bindungen der Honorargestaltung zum Erstarken von Inkassobüros, diese haben weitgehend erfolgsabhängige Vereinbarungen getroffen, weil sie nicht dem anwaltlichen Standesrecht unterworfen sind.

Eine weitaus verbreitete rechtliche Gestaltungl lautet hier:

Die Inkassofirma führt das vorgerichtliche Mahnverfahren kostenfrei für den Auftraggeber durch. Im Gegenzug tritt der Auftraggeber den Anspruch auf Ersatz des ihm zustehenden Verzugsschadens aus der Forderung gegen den Schuldner  an das Inkassounternehmen  ab.

Diese weit verbreitete Praxis hat dazu geführt, dass jüngst auch für die Rechtsanwälte im vorgerichtlichen Verfahren Gebührenfreiheit gestattet wurde.

Ebenfalls gilt diese Aufweichung im Vollstreckungsverfahren bei ausgeklagten Titeln.

So wird das anwaltliche Gebührenrecht an dem unteren und an dem oberen Ende aufgeweicht wird. Das sind eben die Gebiete, auf denen die Inkassobüros ihre Tätigkeit entfalten, also in Konkurrenz zur Anwaltschaft stehen. Damit erzwingen die wirtschaftlich denkenden Inkassobüros von den beharrenden Rechtsanwälten ein verbraucherfreundlicheres Verhalten.

Der Verbraucher und auch der Unternehmer führen Rechtsstreite und sind damit immer im Ungewissen, ob sie auch gewinnen werden, denn vor Gericht und auf hoher See ist man bekanntlich in Gottes Hand und wer weiß schon, wie der Richter entscheiden wird. Da Gerichte in Deutschland auch weitgehend eigenständig agieren, hat der Rechtssuchende keine Gewissheit über den Ausgang des Rechtsstreites. Zu dieser Ungewissheitr kommt die Pflicht im Fall des Prozessverlustes die gegnerischen Anwaltskosten tragen zu müssen. Das ist eine zweite Hürde, die vor den Rechtssuchenden aufgebaut wird. Die dritte Hürde sind dann die eigenen anwaltlichen Gebühren. Hier soll die Vereinbarung eines Erfolgshonorars Erleichterung schaffen und zumindest diese Hürde abbauen. Das Erfolgshonorar führt damit zu einer vereinfachten Rechtsverfolgung und ist verbraucherfreundlich.

Erfolgshonorare sind aber auch gerecht, denn es verdient nur der gute Anwalt an ihnen Geld. Bisher sind auch bei einer Schlechtleistung des Anwaltes in der Regel die anwaltlichen Gebühren fällig, der Mandant kann sie nicht mindern oder verweigern, bei einem Erfolgshonorar bekommt der Anwalt nur Geld, wenn er auch obsiegt, d.h. zumindest keinen gravierenden Fehler gemacht hat.

Erfolgshonorare führen dann dazu, dass die guten Anwälte sich im Markt durchsetzen und die schlechten den Beruf wechseln müssen, Darwin würde sich also auch darüber freuen.

Erfolgshonorare erhöhen die Liquidität des Kunden, d.h. seine Liquidität wird nicht so stark belastet wie bei einem normalen Anwaltsvertrag, der in der Regel vorschüssig bereits das volle anwaltliche Honorar kostet. Bei einem Erfolgshonorar bekommt der Anwalt auch erst Geld, wenn es tatsächlich fließt, also cash-flow-positiv.

Erfolgshonorar, denn nur Leistung soll belohnt werden.

 

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