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Erfolgshonorar oder Prozessfinanzierung?


Erfolgshonorare können unterschiedlich ausgestaltet werden, oft wird aber eine Vereinbarung "no win, no fee" als Erfolgshonorar betrachtet.

 

Bei einer Prozessfinanzierung tritt ein Dienstleister dem Rechtssuchenden zur Seite, dieser vergütet sowohl den eigenen Anwalt als auch im Fall des Prozessverlustes den gegnerischen Rechtsanwalt und die Prozesskosten.

 

Das eigene wirtschaftliche Risiko des Prozessfinanzierers ist damit um ein Mehrfaches höher als das wirtschaftliche Risiko, das der Rechtsanwalt eingeht, wenn er ein Erfolgshonorar vereinbart. Riskiert der Rechtsanwalt nur die Nutzlosigkeit eigener Arbeitsleistung, die er bspw. durch Mehrarbeit wirtschaftlich wieder ausgleichen kann, drohen dem Prozessfinanzierer seitens beider beteiligter Rechtsanwälte und der Gerichtskasse Kostenrechnungen, die er mit seinem Kapital begleichen muss. Der zu kalkulierende Kapitalbedarf ist damit bei dem Prozessfinanzierer um ein Vielfaches höher als bei dem ein Erfolgshonorar vereinbarendem Rechtsanwalt.

 

Hinzu kommt, dass auch die Einschätzung des Prozessrisiko für den nicht mit der Sache befassten Prozessfinanzierer schwieriger ist als für den Rechtsanwalt, der den Vorgang mit seiner beruflichen Expertise ohne Hinzuziehung Dritter beurteilen kann. Auch diese Kompetenz muss der Prozessfinanzierer einkaufen und letztlich bezahlen.

 

Zudem unterhält der Prozessfinanzierer auch noch eigenes Personal, eine Verwaltung und Juristen, welche die Fälle noch zusätzlich zum eingeschalteten bzw. einzuschaltenden Rechtsanwalt, der den Rechtsfall bearbeitet, beurteilen. Auch diese müssen bezahlt werden.

 

Diese mehrfach erhöhten Kosten werden von dem Prozessfinanzierer mit dem Risiko des Rechtsstreites multipliziert und daraus der Preis für die Dienstleistung ermittelt, der mithin auch um ein Vielfaches höher sein muss als der Preis den der Rechtsanwalt im Erfolgsfall von dem erstrittenen Erfolg beanspruchen wird. Im Klartext:

 

Prozessfinanzierer sind (und müssen dies auch) um ein Vielfaches teurer als Erfolgshonorarvereinbarungen mit einem Rechtsanwalt! Für Prozessfinanzierer interessant sind daher lediglich die Bereiche sehr hoher Streitwerte, weil dort das quotale Kostenrisiko niedriger ist als bei niedrigen Streitwerten. Bei einem Rechtsanwalt ist dies anders.

 

Letztlich sind Prozessfinanzierer nur so lange nötig, solange die direkte Erfolgsbeteiligung der Rechtsanwälte an dem Ausgang des Rechtsstreites noch reglementiert ist. Dies sind nur noch wenige Grenzen. Sobald auch diese Grenzen fallen, erübrigt sich auch die Zwischenschaltung von Prozessfinanzierern.


Factoring als Alternative?

 

Um das Risiko der Kostenbelastung mit den Anwaltskosten beider Seiten und den Gerichtskosten zu umgehen, werden Forderungen an professionelle Forderungsaufkäufer sowohl im Massenbereich kleiner Forderungen als auch im hohen Forderungssegment veräußert. Dabei werden unterschiedlichste Quoten gezahlt, selten wird aber eine Quote von über 20% der Forderungshöhe erreicht. Auch das Factoring stellt daher keine Alternative dar und ist der Vereinbarung eines Erfolghonorars aus Sicht des Rechtssuchenden deutlich unterlegen. Denn wer will sich mit 20% oder wenige seiner Forderung begnügen?

 

Das Erfolgshonorar ist daher die Alternative der Wahl bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts in einem schwierigen Fall. Schauen Sie demnächst hier wieder rein. Wir veröffentlichen demnächst eine Liste von Rechtsanwälten, die gerne gegen Erfolgshonorar tätig werden.