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Vorteile der Vereinbarung eines Erfolgshonorars


1. Das Erfolgshonorar schafft die richtigen Anreize!

 

Typischerweise verfügt der Anwalt über Wissen und Fertigkeiten, die dem Mandanten nicht zur Verfügung stehen. Dies ist letztlich die Begründung, weshalb der Mandant einen Anwalt aufsucht. Der Mandant kann aufgrund seines unterlegenen Wissens nicht einschätzen, ob der Anwalt tatsächlich in seinem Sinne handelt und alles für den Erfolg tut. Dies ist deshalb besonders misslich, weil:

 

Der Rechtsanwalt bekommt auch dann sein Geld, wenn er schlecht gearbeitet hat!

 

Wird der Rechtsanwalt selbst am Erfolg beteiligt, ist dies anders: Er wird im eigenen Interesse und nicht nur im Interesse des Mandanten all das tun, was für den Erfolg des Rechtsstreits erforderlich ist. Das schafft Vertrauen!

 

2. Fehlanreize werden durch das Erfolgshonorar vermieden!

 

Insbesondere werden Fehlanreize vermieden:

 

Der Rechtsanwalt erhält für einen außergerichtlichen oder gerichtlichen Vergleich normalerweise eine extra Gebühr, die sog. Einigungsgebühr. Er könnte daher versucht sein, sich mit dem Gegner auch dann auf einen Vergleich zu verständigen, wenn er damit für den Mandanten nicht das Optimale herausholt. Er erhält dafür eine extra Gebühr - die Zeche zahlt unter Umständen der Mandant.

 

Gleiches gilt für die Höhe der Forderung. Der Rechtsanwalt wird regelmäßig nach dem Streitwert bezahlt. Nicht selten ist zu beobachten, dass Rechtsanwälte deshalb etwa beim Schmerzensgeld maßlos überziehen und Summen fordern, die unrealistisch sind. Sie erhalten dann ein höheres Honorar. Bei Teilabweisung der Klage zahlt der Mandant jedoch höhere Gerichts- und Anwaltskosten.

 

Diese Fehlanreize vermeidet ein Erfolgshonorar!

 

3. Mit einem Erfolgshonorar zur ehrlichen Risikoeinschätzung!

 

Die "normale" Honorierung nach RVG setzt nicht nur keine adäquaten Leistungsanreize, sondern schafft sogar ökonomische Anreize zur Falschberatung. Ein Rechtsanwalt, der das Honorar aus einem ihm angetragenen Fall zum Lebensunterhalt benötigt, hat einen Anreiz, einen Rechtsfall selbst dann anzunehmen und/oder weiter zu verfolgen, wenn er von dessen Ausweglosigkeit überzeugt ist. Da für die meisten Mandanten auch im Nachhinein meist unklar bleibt, weshalb die verloren haben, wird er seinen Anwalt auch nicht zur Rechenschaft ziehen (können). Ökonomisch betrachtet besteht also für den Rechtsanwalt ein deutlicher Anreiz, auch aussichtslose oder jedenfalls wenig aussichtsreiche Fälle zu übernehmen und dem Mandanten zur Verfolgung solcher Ansprüche zu raten. Das ist fatal!

 

Beim Erfolgshonorar ist das anders:

 

Das Erfolgshonorar vermeidet bei adäquater Gestaltung Anreize zur Annahme aussichtsloser Fälle. Das Erfolgshonorar setzt damit Anreize, Fälle sorgfältiger vorab auf ihre Erfolgsaussichten zu prüfen. Mandanten können ihren Anwälten bei Ratschlägen bezüglich des Weiterverfolgens oder der Aufgabe von Ansprüchen eher vertrauen. Bereits bei der Vereinbarung des Honorars wird sich das Risiko in der Höhe der Beteiligung des Rechtsanwalts niederschlagen. Dieser wird einen eher zweifelhaften Fall nur dann übernehmen, wenn er daran erheblich verdienen kann. Ist die Rechtsverfolgung hingegen aussichtsreich, wird er sich mit einem geringeren Erfolgshonorar zufrieden geben. Das sorgt für hohe Transparenz und schafft Vertrauen!

 

4. Das Erfolgshonorar ist anderen Vergütungsformen deutlich überlegen!

 

Aus Sicht des Mandanten sind Zeit- und Pauschalhonorare dem Erfolgshonorar unterlegen. Beim Zeithonorar kann der Mandant häufig nicht nachprüfen, ob die Dinge, die der Anwalt unternimmt, wirklich alle notwendig und zielführend sind. Damit besteht aus Sicht des Mandanten die Gefahr, für Leistungen bezahlen zu müssen, die nicht in seinem Interesse liegen und/oder unnötig sind. Beim Erfolgshonorar ist das anders: Da der Anwalt sein (volles bzw. angemessenes) Honorar nur im Erfolgsfall bekommt, hat er keinen Anreiz, Dinge zu tun, die nicht zielführend sind. Aus Mandantensicht schafft das Erfolgshonorar damit bessere Anreize als das Zeithonorar. Gleiche Probleme bestehen auch beim Pauschalhonorar.

 

5. Das Erfolgshonorar federt das Risiko des Prozessverlustes ab!

 

Das Erfolgshonorar ist auch eine Art Versicherungs für den Mandanten: Im Vergleich zur "normalen" Honorierung auf Basis des RVG verringert sich durch die erfolgsbasierte Honorarabrede die Vermögensschwankung des Mandanten, da ihm einerseits im Erfolgsfall nach Zahlung des gegenüber dem RVG erhöhten Erfolgshonorars ein geringeres Vermögen verbleibt, er aber andererseits im Verlustfall durch den Wegfall der Honorarforderung des eigenen Anwalts eine geringere Vermögenseinbuße in Kauf nehmen muss. Die Begrenzung eines möglichen Vermögensschadens stellt damit offensichtlich aus Sicht eines Versicherungsnehmers eine nutzenbringende Dienstleistung dar, für deren Erwerb er im Gegenzug eine gewisse Zahlungsbereitschaft aufweist. Da die Vereinbarung eines Erfolgshonorars aus Sicht des Mandanten ebenfalls eine Versicherungskomponente enthält, ergibt sich daraus, dass der Anwalt nunmehr eine Versicherungsfunktion übernimmt, er also neben seiner Rechtsberatungstätigkeit auch als Versicherer auftritt. Die erfolgsbasierte Anwaltsvergütung erhöht dementsprechend den Wert der anwaltlichen Dienstleistung für den Mandanten über die „bloße“ Rechtsberatungsleistung hinaus. Der Mehrwert der angebotenen Dienstleistung wird sich zwangsläufig in im Vergleich zum status quo gestiegenen Honorarforderungen widerspiegeln. Auch Versicherungen können ihre Leistungen schließlich nicht zum Nulltarif anbieten.

 

Ergebnis:

 

Keine andere Vertragsform als das Erfolgshonorar bietet dem Mandanten eine vergleichbare Gewähr dafür, dass der Anwalt tatsächlich in seinem Sinne handelt und sich ernsthaft um seinen Fall bemüht.